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Die richtige Wahl und was ein schlechter Hochzeitsfotograf ausrichten kann...

Juhu- wir heiraten! Das ist so generell mit das Erste, woran man nach einem Antrag denkt.... bis es dann an die Planung geht.
Denn, wie die bereits verheirateten wissen und sich die unverheirateten denken können: Eine Hochzeit plant man nicht an einem Tag!


Die Location, das Essen..Buffet oder doch ein Menü? Eine sensationelle Torte- zwei oder doch lieber 5-stöckig? Ein Kleid für 2500€ oder finde ich eins für weniger, die richtige Dekoration, Blumen, Lichter, Musik...ein DJ oder doch lieber eine Live-Band? Runde oder eckige Tische, Servietten aus Papier oder Stoff... welches Lied für den Eröffnungstanz? Recht früh kommt man zu der Erkenntnis: Eine Hochzeit ist nicht nur zeitaufwendig in der Planung, sondern auch wahnsinnig teuer!
Und hey, wer braucht dann auch noch einen teuren, professionellen Fotografen?

Jeder!
Absolut jedes Brautpaar sollte  an seinem großen Tag einen richtig guten Fotografen zur Seite haben!
Denn lasst euch eins sagen ihr Lieben: Ihr wollt umwerfend aussehen, keine Frage- aber traumhafte Kleider gibts für weniger als 2500€, eine Torte sieht nach nur 5 Minuten nicht mehr ganz so sensationell aus und an Essen, Deko, Blumen und Stoffservietten erinnert sich in 10 Jahren keiner mehr.


Ich gebe zu, ich bin vorbelastet und nicht gänzlich objektiv, denke aber, dass sich einige zu wenig Gedanken machen, was die Hochzeitsfotografie angeht. Deshalb hab ich ein Interview mit mehr als 30 Ehepaaren geführt und ein sehr objektives Resumée für euch gezogen...

1. Wie wichtig war euch ein Fotograf
- Hier waren sich fast alle einig! Sehr wichtig!

2. Wolltet ihr im Vorfeld einen Profi, oder habt ihr auch nach Hobbyfotografen gesucht?

- etwa 70% haben direkt nach einem Profi gesucht, der Rest hat mehrere Angebote eingeholt, darunter auch von Hobbyfotografen

 

3. Wofür habt ihr euch letztlich entschieden?

- 50% Profi / 50% Hobby

 

4. Wie weit im Voraus habt ihr gebucht?
- im Schnitt ein halbes Jahr (sehr oft ist das bereits zu spät, da Fotografen teilweise 12 Monate oder mehr im Voraus ausgebucht sind! Die Hochzeitssaison ist nicht wahnsinnig lang)

5. Wie habt ihr euren Fotografen gefunden?
- Empfehlungen, Facebook und auch der ortsansässige Studiofotograf waren hier dabei

 

6. Wie viele verschiedene Angebote habt ihr eingeholt?

- im Schnitt 1 bis 2 (es lohnt sich tatsächlich hier etwas Zeit zu investieren, sich auch zu einem Gespräch zu treffen, denn euer Fotograf sollte euch an erster Stelle sympathisch sein!)

 

7. Wie viel Budget habt ihr eingeplant und wie viel tatsächlich bezahlt?

- die beste Antwort hier: "Nichts, und dementsprechend waren die Bilder"  (*) / abgesehen davon lag das Durchschnittsbudget bei 1000€, dafür haben die wenigsten eine Ganztagesreportage gebucht, im Schnitt war der Fotograf 4-6 Stunden anwesend.

 

8. Hattet ihr ein persönliches Vorgespräch?
- Das haben zum Glück fast (*) alle mit Ja beantwortet. Denn ein erstes Gespräch ist mehr als wichtig! Schließlich wollt ihr an eurem großen Tag keinen ultra unsympathischen Menschen um euch rum haben!

9. Habt ihr ein "Getting ready" dazu gebucht?
zur Erklärung: mit die wichtigsten Momente am Tag eurer Hochzeit sind die vor der Trauung. Wenn sich Braut und Bräutigam im Kreise der Engsten richten und die Luft flattert vor lauter Emotionen. Die letzten, unverheirateten Momente. Die Mutter, die ihrer Tochter das Brautkleid schnürt, die stolze Mama, die ihrem Sohn die Blume ansteckt.. hier und da werden bereits ein paar Freudentränchen fließen. Auch Detailaufnahmen von Schuhen, Kleid, Schmuck, Blumen etc. sind hier üblich.
- Leider musste ich feststellen, dass dieser doch noch sehr junge Brauch, noch nicht sehr bekannt ist. Niemand hat diese Frage mit Ja beantwortet, allerdings haben 90% ungefragt hinzugefügt, dass sie rückblickend lieber nicht darauf verzichtet hätten und ihnen diese Bilder sehr fehlen!

10. Wart ihr glücklich mit eurer Wahl, was würdet ihr anders machen?
- An dieser Stelle ein paar ausführlichere Auszüge!

"Ein Freund hatte sich angeboten zu fotografieren. Wir waren total ahnungslos. Er hat getönt, er habe eine Spiegelreflexkamera und weiß genau was er tut.
Wir kamen gar nicht bei all den Vorbereitungen bis zum Fotografen. Besagter Freund war zudem schneller und wir hatten das dann von unserer Liste abgehakt. Wir haben nichts bezahlt und dementsprechend was bekommen (*). Wir haben alle Bilddateien bekommen - 4 CDs voll. Ich glaub, da waren 2 gute Bilder dabei. Er hat uns die Hochzeit versaut!

Ich habe für die Zukunft gelernt - ich habe ja zwei Töchter - und ich werde eine Menge Geld allein für den perfekten Fotografen ausgeben!! Die Hochzeit ist ein einmaliges Erlebnis - ich habe von meiner eigentlichen Trauung kein einziges schönes Bild - erst 10 Jahre später habe ich die Hochzeitsbilder meiner Träume bekommen (Erneuerung des Ehegelübdes mit professioneller Fotografin) und ganz ehrlich, nach über 10 Jahren Ehe hätte ich gerne ein 1 A Erinnerungsfotobuch meiner Hochzeit gehabt. Man unterschätzt das sehr."


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wir hatten niemanden vorher zum getting ready mir fehlen aber diese Bilder. Ich würde sie definitiv machen lassen weil man auf den Bildern die Emotionen sieht, die vor der Hochzeit in einem hochkochen."

"wir haben definitiv am falschen Eck gespart, könnte ich die Zeit zurück drehen, würden wir einen Profi engagieren und den erstmal kennen lernen (*), unser Fotograf war sehr unsympathisch und aufdringlich"

"
ALLES - die Bilder sind ok aber nichts Besonderes, die Bilder von der Feier fehlen uns definitiv denn alle Privatbilder sind verschwommen, zu dunkel oder einfach nicht vorhanden. Wir haben jetzt quasi kaum Erinnerungsbilder von unserer Hochzeit. Heute würde ich einen Fotograf für den ganzen Tag beauftragen."

Mein Fazit:

Nach dem Interview war ich irgendwie wütend. Nicht auf die Ehepaare- nein, viele wissen es einfach nicht besser! Ich war wütend auf meine sogenannten "Kollegen", davon gibt es definitiv viele und es werden immer mehr. Wir haben so viel Verantwortung!
An dieser Stelle kurz etwas an den Nachwuchs: Ihr wollt üben? Tut das, jeder fängt mal an! Aber übt nicht auf echten Hochzeiten. Schnappt euch Freunde, Models, Bekannte. Startet einen Aufruf an bereits Verheiratete, viele werden bereitwillig ihre Hochzeitsoutfits aus dem Sack unterm Bett holen! Redet mit dem Pfarrer in der nächsten Kirche und los gehts.
An alle, die aktuell ihre Hochzeit planen: Spart nicht an den falschen Ecken. Es gibt haufenweise Hobbyknipser, die sich für 50€ den ganzen Tag den Zeigefinger wund knipsen- Damit tut ihr euch keinen Gefallen. Plant etwas mehr Budget für euren Fotografen ein. Je nach Umfang (Stunden, Anzahl der Bilder etc) müsst ihr zwischen 500€ und 2500€ rechnen. Mindestens! Bucht rechtzeitig, lernt euch kennen, lasst euch ein Portfolio zeigen. Denkt bloß nicht: Ach herrje! So teuer, neee ...der Onkel Kalle oder die Tante Gertrud mit der Digitalkamera- das reicht doch auch! Das tut es nicht!


Ich heirate selbst dieses Jahr. Und, wie bereits erwähnt, bin ich natürlich vorbelastet und ganz ohne Frage, muss jeder seine Prioritäten so legen, wie er es für richtig hält. Dennoch, nehmt nicht das erstbeste und billigste Angebot.
Unsere Fotografin wird von morgens bis abends da sein, sie macht eine der größten Positionen in der Budgetplanung aus. Wir werden in vielen Jahren glücklich unsere Bilder anschauen und nichts bereuen.
Denn einzigartige und professionell festgehaltene Erinnerungen sind jeden Cent wert!

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