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Bildbearbeitung step by step

Unser erstes Ausgangsbild ist eigentlich schon ohne Bearbeitung sehr schön.

Meine Schwester Nicole hat hier den Auslöser gedrückt, nachdem ich die Kamera eingestellt hatte.

 

Bereits beim Fotografieren haben wir  darauf geachtet, dass die Belichtung korrekt ist, die Schärfe da sitzt, wo sie sitzen soll und dass meine Haare nicht ungebändigt im kompletten Gesicht hängen. 

 

Trotzdem möchten wir dem Bild natürlich eine Handschrift und das gewisse Extra verleihen. 

Außerdem mag ich kein Grün. 

Schritt 1

Die Entwicklung in Camera Raw 

Bereits hier passiert einiges. Vor allem in der farblichen Gestaltung. Wie bereits erwähnt bin ich kein großer Fan von Grüntönen, deshalb weichen die bereits in den ersten Zügen meiner Bildbearbeitung. Außerdem hab ich bewusst einen etwas kühleren Weißabgleich gewählt und um meine Haare nicht als schwarzen Einheitsbrei enden zu lassen, die Tiefen hochgezogen. 

Schritt 2

Hautretusche
Jeder kennts, niemand mags. Augenringe, Hautunreinheiten, nicht optimal aufgetragener Lippenstift (in diesem Fall mein eigener Fehler), kleine Babyhaare die totel nerven. Weg damit! :D 
Die einzelnen Haare auf der rechten Gesichtshälfte hab ich allerdings gelassen wo sie sind. Ein bisschen messy darfs manchmal sein .

Schritt 3

Verflüssigen.
Der Verflüssigen Filter ist in meinen Augen mehr ein Werkzeug als ein Filter. Ich benutze ihn gern und oft. Gerade wir Frauen möchten auf Bildern so vorteilhaft wie möglich aussehen. Und was man mit Posing und der richtigen Perspektive nicht schafft, kann häufig mithilfe dieses Schrittes angepasst werden. Hier gilt es allerdings vorsichtig zu arbeiten und bestimmte Proportionen zu beachten, wenn man ein authentisches Ergebnis erzielen möchte. Im Fantasybereich kann man da schon nochmal tiefer in die Verflüssigen-Kiste greifen. Hier hab ich nicht wahnsinnig viel gemacht. Meine kleine Speckfalte musste natürlich weichen, die Haare haben mehr Volumen bekommen, mein Oberarm ein bisschen weniger.

Schritt 4

Verlaufsumsetzungen und die Macht der selektiven Farbkorrektur. 
Einen Bild-/Farblook zu kreieren macht Spass. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten das zu bewerkstelligen. Ich bevorzuge diese.
Mithilfe zweier unterschiedlicher Verlaufsumsetzungen hab ich Tiefe und verschiedene Farbtöne ins Bild gebracht. Außerdem hab ich in der Farbkorrektur das Weiß etwas zurück geholt und schon jetzt leuchtet das Bild. 
Vorsicht! Manche Farben sollten nicht unbedingt auf die Haut. Nutzt hier eine Ebenenmaske, um die Anpassungen nicht aufs Gesicht zu übertragen.
Ihr könnt so auch nur bestimmte Bereiche eines Bildes gestalten. Ebenenmasken sind wirklich was Feines!  

Schritt 5

Dodge&Burn und Finetuning
Mithilfe einer Dodge& Burn Ebene heben wir bestimmte Bereiche im Bild hervor und dunkeln andere noch etwas nach. Hier gilt in meinem Fall immer : Mehr ist mehr :D Gerade im Fantasybereich kann man damit wirklich tolle Akzente setzen. Im Grunde arbeitet ihr wie ein Makeup Artist beim Contouring. Wangenknochen, die Seiten der Nase usw. werden dunkel konturiert. Der Nasenrücken, die Stirn, und die hellen Bereiche über der Wangenknochenpartie aufgehellt. Ich setze zudem gern Akzente in den Haaren- Details sind toll. Auch das restliche Bild wird nach diesem Muster nachgearbeitet. So kann man z.b. wunderbar ein Dekollete etwas üppiger gestalten , die Figur an sich etwas schmaler wirken lassen, Highlights setzen usw.
Übung macht auch hier den Meister. Ich rede übrigens nicht von mir selbst. Ich lerne immer noch jeden Tag dazu :)
 Last but not least hab ich dann auf einer Farbton/Sättigung Ebene noch die letzten Reste Grün bzw. Gelb entfernt und mit einer Gradationskurve noch etwas mehr Kontrast und Tiefe ins Bild geholt .

Und fertig. 
Wo ich hier so sitze und den Beitrag schreib, fällt mir auf, dass einige Bereiche tatsächlich fast zu hell für einige Betrachter sein könnten und z.B. die Blüten etwas darunter gelitten haben, aber die Dramatik steht dem Bild ganz gut.

Nun ist das Ergebnis vielleicht nicht jedermanns Geschmack- aber mir gefällt es.


Photoshop bietet uns viele, tolle Möglichkeiten unsere Bilder nach unseren Wünschen zu gestalten.
Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und wie man zum Ergebnis kommt, ist letztlich nicht relevant.

 

Im heutzutage doch schon fast überfüllten Pool von Fotografen, Retouchern und Co etwas Neues zu erschaffen, ist schier unmöglich. 

Aber wenn ihr gerade mit der Bildbearbeitung beginnt, lasst euch nicht entmutigen, wenn etwas mal nicht klappt. Wenn ihr nicht auf Anhieb das gewünschte Ergebnis erreicht. Üben und austesten, verschiedene Wege gehen.. alles ist möglich :) 

 

Was zählt ist das Ergebnis.
Was zählt ist Kreativität.
Was zählt ist Individualität.

Und im nächsten Beitrag zeig ich euch dann, wie ich ein Bild, welches in der Regel direkt in den Papierkorb gewandert wäre, doch noch retten konnte...

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